(24.9.2009) Zwei junge ÖsterreicherInnen haben im Alleingang eine Webseite hochgezogen, die zu den 30.000 meistbesuchten der Welt gehört. Und sie soll noch weiter expandieren, so der Wunsch von Petra Schleich und Karl Baumann, die gerade mit einem Verlag wegen Beteiligung verhandeln. Sie kommen beide aus dem wissenschaftlichen Bereich: Karl studierte BWL in Innsbruck und ging dann nach Graz an das Institut für Unternehmensführung, wo er auch Petra kennenlernte. Er tendierte dann mehr zur Erkenntnistheorie als zur reinen, nüchternen Wirtschaft, und befasste sich auch mit Soziologie, Philosophie und Theologie. Es war für ihn auch keineswegs leicht, bei einem Professor zu arbeiten, der neoliberale Positionen vertritt.
Petra hat Kunstgeschichte, Architektur, VWL studiert und bei Joanneum Research in Graz gearbeitet, zeitweise auch als Mitarbeiterin bei der Kleinen Zeitung, sodass beim Startblatt etwas "traditionelle" Medienerfahrung mitschwingt. Außerdem hat sie sich bei den Grazer Grünen engagiert. Petra und Karl interessierten sich immer mehr für Creative Ecomony und studierten Leadership im Kunstbereich, also wie KünstlerInnen arbeiten und zusammenarbeiten. Nach und nach klinkten sie sich aus dem Wissenschaftsbetrieb aus, wobei es noch ein Forschungsstipendium in Kopenhagen am Center for Art and Leadership gab, das auch in Sachen Startblatt ein Ansporn war, weil alle meinten, Petra und Karl sollten unbedingt weitermachen.
Von 2004 bis 2006 wurde das Startblatt neben zwei Vollzeitjobs betrieben, diePlattform dabei nach und nach strukturiert. Das klingt nach sehr viel Arbeit und ist es auch, da UserInnen nur die Oberfläche einer Webseite benutzen und nicht mitkriegen, was alles erforderlich ist, damit dies unkompliziert möglich ist. 2007 wurde das Startblatt in eine GmbH umgewandelt, dann zunächst Petras und dann Karls Arbeit in anderen Jobs reduziert. Derzeit arbeitet Karl noch ein bisschen mit Studenten, möchte aber auch nur mehr zu 100% (oder 1000 % :-) Startblatt machen. Begonnen hat das Startblatt als qualitatives Linkverzeichnis, also mit all dem, das man / frau sich bei einer Suche im Internet als Ergebnis wünscht.
Anstelle einer Qualitätsauswahl kommt da ja oft eine lange Liste an Resultaten mit fast identischem Inhalt. Dem Linkverzeichnis Startblatt wurde nun eigener Content gegeben (die Bezeichnung für Artikel und andere Texte). Auch das ist sehr aufwändig, da Startblatt mit eigens entwickelter Software läuft, die Erwetterungen und Neuerungen problemlos erlaubt. Dazu muss man aber erst einmal wissen, was man braucht, was von der UserInnenseite gut zu bedienen ist und was man eventuell später einmal brauchen würde. Diese Probleme kennen alle, die Webseiten gestalten, welche über ein paar Seiten mit einfacher Navigation hinausgehen.
Inhaltlich will Startblatt die Creative Economy abbilden, über Wissenschaft, Design, Kunst, Architektur berichten und viele Infos bringen, die gesellschaftlich wichtig sind wie Genderfragen oder Ökologie, Besonders ist den MacherInnen, die bislang eher abgeschieden in NÖ arbeiteten (mit dem nächsten Supermarkt in einiger Entfernung), dass auch die regionale Komponente nicht zu kurz kommt. Die Menschen sollen via Startblatt erfahren, was bei ihnen vor Ort los ist, wo sie sich etwas ansehen oder sich einer Initiative anschliessen können. Wissenschaft, Kunst und Design wiederum sind Bereiche, wo man sich meistens in einer Insidersprache an Fachpublikum wendet.
Hier will Startblatt, eben dadurch, dass auch viele andere Inhalte auf einem Portal zugänglich sind, für mehr Resonanz und Offenheit sorgen. Dazu ist natürlich notwendig, bisher zu Sperrig präsentiertes verständlich aufzubereiten. Über Channels und User-Generated Content erledigen das Gruppen und Institutionen selbst, jedoch sind Petra und Karl auch redaktionell tätig. Das bedeutet, das nicht jeder Text genommen wird, dass eine normale Presseaussendung auch eine Chance hat, wenn von dem abweicht, was Mainstream-Medien ohnehin nehmen (und was dann in der Websuche x-fach mit demselben Text angezeigt wird). Im Netzwerk von 200 bis 300 Organisationen, darunter viele Universitäten, die ihre Inhalte einspeisen, besteht schon das Vertrauen, dass diese Beiträge auch passen.
Petra und Karl kommen seltener dazu, selbst etwas zu schreiben, als ihnen lieb ist, da sie den Inhalt des Startblatt organisieren müssen. In Zukunft wollen sie sich aber etwas freispielen und neben sogenanntem User Generated Content (also den erwähnten Beiträgen anderer) auch mehr Texte anbieten, zu denen auch "Calls" an alle stattfinden. Es sind viele "Calls" zugleich am Laufen, zu Begriffen wie Heimat, Brain oder Trash. Ein weiteres Ziel ist die Internationalisierung des Angebotes, indem Inhalte auch in Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch abrufbar sind. Außerdem wird es ab 2010 eine neue Struktur der Webseite geben. Eine Zielgruppe deckt sich übrigens mit der von Ceiberweiber (oder genauer gesagt, mit einer Ceiberweiber-Zielgruppe :-), nämlich selbstbewusste Frauen, die wissen, dass sie Rechte haben und sich diese auch nehmen. Sie sind gebildet und verdienen oft auch gut - so eine Kurzanalyse von Ceiberweiber aus Startblatt-Sicht :-)
Infos:
www.startblatt.net
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Das Frauenministerium wird Ceiberweiber mit € 5000.- (beantragt: 25.000 wie üblich, bei gestiegenen Zugriffszahlen) unterstützen, sodass ich, um die Seite weiterzubetreiben und meinen Lebensunterhalt (wieder) zu sichern (derzeit lebe ich von wenigen Ersparnissen), Aufträge journalistischer Art brauche, auch ein Teilzeitjob wäre willkommen. Ich kann bswp. von Veranstaltungen berichten, Leute für Projekte interviewen, schreibe gerne Artikel, Kolumnen und Kommentare zu allen Themen (meine Selbstvorstellung mit allen Infos ist hier als doc-Datei). Und überhaupt:
Anregungen, Infos, Angebote, Veranstaltungsankündigungen und Meldungen für die Ceiberweiberseite bitte per Mail an Alexandra Bader
Ich bin unter 0650 590 83 64 erreichbar.
Denn das ist kein Grund aufzugeben (außerdem werde ich von was leben müssen:-) Solidarität für Ceiberweiber - hier nehme ich gerne auch weitere Statements der LeserInnen auf...
Spenden für den Fortbestand von Ceiberweiber nehme ich gerne entgegen: Alexandra Bader Erste Bank 00032875894 BLZ 20111 BIC GIBAATWWXXX IBAN AT592011100032875894
Ganz herzlichen Dank :-)
Mein
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