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Salzburger Männer-Wirtschaftspreis wird vergeben

(18.7.2009) Frauen sind zwar von der Teilnahme am letztes Jahr erstmals vergebenen Salzburger Wirtschaftspreis nicht ausgeschlossen, hatten jedoch zumindest 2008 keine Chance, zu den Ausgezeichneten zu gehören. Der Preis wird so beschrieben: "Der Salzburger Wirtschaftspreis für Unternehmensgründung und Innovation ist die bedeutendste Auszeichnung für herausragende Unternehmer und deren MitarbeiterInnen im Bundesland Salzburg. Er wird für vorbildhafte Leistungen bei der Entwicklung von innovativen und tragfähigen Geschäftsideen und beim Aufbau neuer Unternehmen verliehen." Von den Kategorien her möchte frau / mann meinen, dass Frauen da doch eigentlich eine Chance haben sollten, denn es gibt die Bereiche Innovation, Firmengründung (Großunternehmen, Start-Up Unternehmen, Kleine und mittlere Unternehmen als weitere Untergliederung), Businessplan-Wettbewerb sowie  Kleinstunternehmen.

Ebenso müssten die VeranstalterInnen (Wirtschaftskammer Salzburg. Land Salzburg, Sparkasse, Salzburger Nachrichten) schon mal etwas von Unternehmerinnen gehört haben und wissen, dass auch und gerade sie Anerkennung und Würdigung ihrer Leistungen benötigen. Allerdings sind die Preisverleiher ja auch durch Herren vertreten, sodass Gruppenfoto und andere Bilder zu einer recht eintönigen Anlgeegenheit werden (Wirtschaft als reine Männersache ist aber nicht so selten).  Der Preis wird gerade mit dem Männergruppenfoto in Medien beworben, etwa als Anzeige in den Salzburger Nachrichten am 16.7. Dadurch entsteht der Eindruck, dass es sich um einen Preis von Männern für Männer handelt - dann wäre aber auch der Name "Salzburger Männerwirtschaftspreis" passender. Warum das Ganze aber "Initiative Zukunft" genannt wird, ist unverständlich, denn eine nur auf Männern basierende Zukunft ist schwer vorstellbar. Außerdem gilt ja ohnehin "die Zukunft ist weiblich".

Frauen konnten bislang wenigstens bei anderen Arten von Ehrung zum Zug kommen wie bei einem Ranking von "100 Salzburgern des Jahres". Da sind Frauen durchaus mitgemeint, auch wenn der Titel nicht danach klingt. Während Männer aber eher brillante Physiker sind oder international tätige Firmen aufbauen, widmen sich Frauen Kindern (mit und ohne Migrationshintergrund), sind bei Ärzte ohne Grenzen oder engagieren sich in der Hospizbewegung. Männer sind Designer oder Architekten, leiten den Wetterdienst, manchmal sind sie auch sozial tätig (allerdings oft große Organisationen leitend, während Frauen Projekte aufbauen). SportlerIn dürfen beide Geschlechter sein, und immerhin werden eine Genderforscherin und die Leiterin des Frauenhauses genannt. Die erste Firmenchefin kommt auf Platz 31 und wird deswegen erwähnt, weil ihr Unternehmen als familienfreundlichstes vom Land ausgezeichnet wurde.

Ich schreibe gerne auch für andere Medien, recherchiere und texte - zur Situation von Ceiberweiber und mir siehe "Solidarität für Ceiberweiber". Anregungen, Infos, Angebote, Veranstaltungsankündigungen udn Meldungen für die Ceiberweiberseite bitte per Mail an Alexandra Bader




 



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